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Freitag, 12. Oktober 2012

Granitklettern im Val di Mello




Der Kletterführer "Nichts als Granit" liegt schon länger in meinem Bücherregal. Des öfteren habe ich ihn schon durchgeblättert und bin bei den Granitbergen im Val di Mello hängen geblieben. Nach der Sommersaison bin ich mit Wilfried unterwegs, Richtung Süden um nochmals  "auszugeistern" und den warmen Fels zu geniessen bevor der Winter kommt. Unsere Fahrt führt uns durch das Val di Sole über den Tonalepass Richtung Edolo. Über Aprica galngen wir schliesslich hinunter in das flache Talbecken der Valtinella. Kurz nach Sondrio geht es auch schon hinein in die südlichste Berggruppe des Bergells, dem Val Masino und Val di Mello. Dieses ist vor allem als eines der besten Bouldergebiete in den Alpen bekannt. Das jährlich im Frühlung veranstaltete Boulderfestival " Melloblocco" zieht tausende von Ahtleten und Zuschauer ins Tal. Auch als eingefleischter Seilkletterer wir man vom Zauber dieser Felsblöcke die wie eigens hintransportiert in den sanften Wiesen und Buchenwäldern liegen, in den Bann gezogen. Doch zuerst machen wir uns einmal im Klettergarten Sasso Remeno, der gleich an der Straße liegt, mit der Materie Granit vertraut. Uns sind gleich die Worte vom Wirt des Rifugio Mello, der früher ein hervorragender Kletterer war, in den Sinn gekommen: "Qua in Val di Mello si arrampica con la testa non con la sforza" (hier im Val di Mello klettert man vor allem mit dem Kopf nicht mit der Kraft). Und wahrlich es ist eine gute Fusstechnik gefragt will man an den kaum strukturieten Platten, einen Erfolg einheimsen. Am Ende des Tages gelingt uns eine schöne 6c+  Route, danach geniessen wir zufrieden das Feierabendbier auf der Terrasse. Dabei stechen uns auch schon die markantesten Kletterberge im Tal ins Auge: der Precipizo degli Asteroidi und der Scoglio delle Metamorfosi. Den gewaltigen Grantipanzer des Scoglio durchzieht im rechten Wandteil eine markante Risslinie, die Luna Nascente. Einer der schönsten Klassiker im Val di Mello. So spreizen auch wir am nächsten Tag die herrlichen Risse und Verschneidungen im rötlich braunen Granit hinauf. Der Einstieg ist mit 6b zwar gleich etwas ruppig, danach kommt aber richtig Freude auf. Als Dolomitenkletterer ist man auf lockeren oder brüchigen Fels bedacht. Hier in der Luna Nascente ist alles bombenfest, auch die Zwischensicherung (Friends) lassen sich in den Rissen problemlos unterbringen. Ein wahrer Genuss der leider viel zu schnell vorbei war. Am Tag darauf stiegen wir die 1,5 Stunden zum Precipizio degli Asteroidi hinauf. Ivan Guerini, einer der Pioniere im Val di Mello hat mit dem Ozeano Irrazionale eine weitere Traumlinie hinterlassen. Die Route erreicht den Schwierigkeitsgrad 6b und ist fast zu Gänze selbst abzusichern. Voller Motivation einen weiterern schönen Tag zu erleben steigen wir ein. Ein Bündel Friends hängt auch wiederum am Gurt. Doch leider hat es über Nacht geregnet und der Granit trocknet nicht so schnell ab wie Dolomitgestein. Im Mittelteil sind zwei Seillängen vollig nass, da geht nicht´s mehr weiter. Etwas wehmütig seilen wir wieder ab und geniessen noch einen Cappuccino im Rifugio Mello. Danach wird es auch Zeit Abschied zu nehmen von diesem einzigartigen und wunderbaren Tal, dem Val di Mello. Bis zum nächsten mal, wir kommen bestimmt wieder...

Sonntag, 22. April 2012

Skiroute Hoch Tirol

"Die Skiroute Hoch Tirol garantiert sechs grandiose Hochtouren am Alpenhauptkamm und ist eine echte Herausforderung für Skibergsteiger", so schreibt Hans Kammerlander im Schlussteil einer Bröschüre die anlässlich der Vorstellung der Hoch Tirol Route erschienen ist. Die Hoch Tirol Route braucht sich im Vergleich zur bekannt und berühmten Haute Route von Chamonix nach Zermatt nicht zu verstecken, in Abschnitten ist sie sogar anspruchsvoller. Ein Tag ist mir auf der Hoch Tirol Route bis heute in Erinnerung geblieben. Unser Ziel war es die Route an einem Tag zu schaffen. Wir starteten in Kasern, es folgte das Umbal - und Reggentörl, Großer Geiger, der Großvenediger, Amertaler Höhe, Grantspitze, das Dorfertal, nach knapp 25 Stunden Dauermarsch standen wir Markus, Urban und ich glücklich und zufrieden am Ziel. Am Gipfel des Großglockners.

Dieses mal bliebt mehr Zeit zum schauen und staunen auf dieser wunderbaren Skiroute.Wegen des launischen Aprilwetters verlegten wir unseren Startpunkt auf die Essener Rostocker Hütte.
Mo.: Bei windigen Wetter und Neuschnee steigen wir zum Großen Geiger auf. Die Abfahrt vom Trümljoch, über eine lange, steile Rinne führt uns direkt zur Johannishütte.
Di.: Zeitig in der Früh geht es wieder los zur "Weltalten Majestät", dem Großvenediger. Die Abfahrt nehmen wir wieder direkt über das Rainer Kess hinunter in den flachen Talboden der Dorfer Alm.1300 Höhenmeter Abfahrt im Pulver und Firn. Ein Traum.
Mi.: Bei nass-kalten und wechselhaften Wetter steigen wir zur Stüdl Hütte auf. Ob morgen wohl die versprochene Wetterbesserung eintrifft?
Do.: Bis in den frühen Morgenstunden stürmt und schneit es leicht. Doch jetzt wo wir zum Großglockner starten zeigen sich auch schon die ersten Sonnenstrahlen. Es wird wieder ein traumhafter Tag. Die Spurarbeit am Glocknerleitl und die Kletterei am verschneiten Gipfelgrat ist zwar anstrengend und etwas heikel, die Mühen haben sich aber gelohnt. Ein großartiger Abschluss. Und wir sind nur ganz wenige Seilschaften die heute am Großglockner unterwegs sind.

Dienstag, 20. März 2012

Innerkoflerturm - Clean Gully

Mit einer Turmgestalt hat der Innerkoflerturm nur wenig gemein ist er doch mit seinen 3081m eine relativ mächtige Felsbastion zwischen der Grohmannspitze und dem Zahnkofel. Die gelb, abweisende Südwand ist eine rassige Dolomitenwand und unter Felskletteren sehr bekannt. An der NW- Seite hingegen befinden sich einige Rinnen und Couloirs die es erlauben den Innerkoflerturm auch im Winter mit Steigeisen und Pickel zu erklimmen. Das bekannteste davon ist das Coulori Mistica. Schon vor einigen Jahren war ich mit Bergführerkollege Simon Kehrer einmal vor Ort. Doch heuer waren die Eisverhältnisse nicht so gut, die schlanke Kerze war nur andeutungsweise geformt und nicht kletterbar. Doch so schnell geben wir nicht auf, 30m weiter rechts zieht ein weiters Couloir durch die zerklüftete Westwand des Innerkoflerturms. Der Clean Gully. Am Anfang ist zwar auch nicht viel Eis, aber über die gestufen Felsen lässt es sich recht gut klettern. Auch mit den Steigeisen. So klettern wir Seillänge um Seillänge höher, im Fels, Schnee und einwenig auch im Eis. Im Mittelteil befindet sich eine recht orginelle Seillänge durch einen Wasserfallkamin mit einem großen Klemmblock als Austieg. Gegen Mittag geniessen wir die ersten Sonnenstrahlen und den grandiosen Ausblick vom Gipfel. Ein schöner Tag, diese kombinierte Kletterei im Fels, Schnee und Eis gefällt mir gut. Es sind die ganzen alpinistischen Fähigkeiten die hier gefragt sind.



Innerkoflerturm  3081m     (Langkofelgruppe)

Erstbesteiger: Michael Innerkofler 1880 solo
Klettertouren: Via del Calice, Dibona, Hasse/Schrott, Loss 
Couloirs: Clean Gully  500m  IV+   WI 3
                 Mistica        500m  IV+   WI 4



                                                                                                     

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